Die Welt ist am Abgrund

– wir wissen nur noch nicht, an welchem

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das EU Parlament hat sich der Symbolpolitik hingegeben und den Klimanotstand ausgerufen. Ein Notstand erlaubt so viele Dinge ... Er ist sogar Teil des Grundgesetzes der Bundesrepublik und deren Strafgesetzbuch.

Wenn wir einen Klimanotstand haben, so fragen sich vielleicht einige, worin der denn zu finden sei... das Wetter kann‘s wohl nicht sein; denn, seien wir einmal ehrlich, alles, was wir gerade klimatisch erleben, hat es schon öfter gegeben. Nicht jedes Wetterphänomen, sei es ein Hurrican, der auf Deutsch einfach ein Wirbelsturm heißt, ist ein unbekanntes Phänomen in Europa. Trockenheiten, Überflutungen, extreme Kälte – „Im Westen nichts Neues“ ist man fast versucht zu schreiben. Und doch ist die Hysterie da, angefacht von vielen Wissenschaftlern und noch mehr Politikern – leider sind es nicht unbedingt Klimawissenschaftler, die in Panik verfallen oder Panik herauf beschwören, die meisten der „Mehrheit der Wissenschaftler“ kann unter „ferner“ laufen und hat vom Klima genauso viel und genauso wenig Ahnung wie Sie und ich.

Und nun steht wieder Weihnachten vor der Tür, der alljährliche Jahresabschluss droht am Horizont, die Messer der Finanzämter werden gewetzt... wäre das nicht viel mehr – und dazu noch berechtigter – Grund zur Panik. Wäre für die EU ein Notstand in Sachen „Selbsterkenntnis“ gefragt – das bürokratische Monster in Brüssel und Straßburg könnte sich einmal hinterfragen und „sich selbst neu erfinden“, sich Gedanken darüber machen, wozu es dient; ganz nebenbei, es dient „uns“. Wäre ein Brexit, Irexit, XYexit... nicht viel mehr ein Grund für alle Europäer sich Gedanken zu machen, zu rekapitulieren, was mit dem Projekt der EU alles gewollt ist, und noch eindringlicher nicht zu vergessen, wie viel schon erreicht ist. Das gilt es zu bewahren, aber was brauchen wir für eine gelungene Zukunft? Brauchen wir die Angst vor dem klimatischen Untergang? Oder brauchen wir nicht eher den Mut den Enthusiasmus, die Lebensfreude der 80er und 90er Jahre, also genau der Jahre, aus denen die „Boomer“ (das ist das Schimpfwort für uns Babyboomerjahrgänge der 60er), die unseren Wohlstand derzeit unterhalten, ihren Kompass herhaben. Wieso gerät uns unsere 2000er Generation so aus den Fugen?

Manche sagen schon, die würden vor dem vollen Kühlschrank verhungern. Ich würde nicht so weit gehen, ich würde eher sagen, sie schalten den Kühlschrank aus und wundern sich, warum es nichts mehr zu essen gibt. Eine Generation X haben wir überlebt – wir sind diese Generation, die Generation Golf – wir ein großer deutscher Automobilbauer gerne schrieb. Und nun haben wir die Generation Smartphone, die sich darüber aufregt, dass das Produkt, an dem sie hängen, deren Leben von diesem Produkt geradezu abhängt, nicht immer und überall mindestens LTE Empfang hat; und ausgerechnet die wollen den Strom ausschalten. Seltsam.

Aber wir haben Weihnachten – oder zumindest die Adventszeit. Und da gehört es sich, dass wir in uns gehen und uns auf die wirklich wichtigen Dinge besinnen. Und das ist nicht nur religiös gemeint. Was ist wirklich wichtig? Was ist für uns – ja uns ganz persönlich – wichtig? Eine gute „work-life-balance“ ganz sicher, auch wenn wir nicht so genau wissen, was das eigentlich heißt. Familie, Wohlstand, Zufriedenheit...

Was brauchen Sie? Was brauchen Sie in ihrem Umfeld? Für mich wäre das ein gesundes Leben, ein funktionierende Familie, ein Beruf, der mich erfüllt und ernährt, ein wenig Freizeit, genug Geld, mir den einen oder anderen Wunsch auch erfüllen zu können.

Und wenn das auch für Sie gilt, dann tun Sie etwas dafür. Es ist Weihnachten! Haben Sie Mut für die Zukunft, stellen Sie berufliche und familiäre Weichen auf „go“ (hätte ich „grün“ geschrieben, wäre es eventuelle missverständlich). Haben Sie Mut, Dinge anzupacken. Aber treten Sie auch diejenigen in den Allerwertesten, die Ihnen dabei im Weg stehen, seien es die lokalen Politiker, die auf Landes- oder Bundesebene oder eben die EU. Alle diese Menschen arbeiten für uns! Vielleicht müssen wir sie gerade an Weihnachten daran erinnern. Im Namen des Verlages, der Redaktion und im Namen der AEGRAFLEX darf ich Ihnen eine besinnliche Adventszeit, ein ruhigen Jahresabschluss und einen frischen Start ins nächste Jahrzehnt wünschen.

Herzlichst ihr

Bernhard Diel